RN22 Kupplungskorb-Überholung

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    • RN22 Kupplungskorb-Überholung

      Moin zusammen,

      wollte mal eine kleine Möglichkeit vorstellen, den Kupplungskorb einer RN22 zu überholen. Habe selber lange im Forum nach einer Anleitung gesucht, jedoch nichts Passendes gefunden. Finde halt die Anleitungen in Foren immer sehr hilfreich und vielleicht hat der Eine oder Andere das Gleiche vor. Im Netz findet man zwar einige Anleitungen, jedoch könnte es interessant sein für manche zu wissen, wie eine RN22 Kupplung im zerlegten Zustand aussieht.
      Das sehr laute "Klingeln" bei nicht gezogener Kupplung im Leerlauf war bei mir so stark ausgeprägt, dass es fast schon den schönen Crossplane-Klang übertönt hat. Wie allen wahrscheinlich schon bekannt, kommt das Geräusch von den Torsionsfedern im Kupplungskorb. Diese dienen dazu, um die Torsionsschwingungen vom Motor nicht auf den Antriebsstrang zu übertragen und somit Schäden vorzubeugen.
      Das Axialspiel der Federn ist gewünscht, da die Dämpfungskennlinie nicht linear ist. Das wird deutlich, wenn man sich die verbauten Federn anschaut. Es sind 4 "harte" Federn, 1 "mittelharte" und eine "weiche" Feder verbaut. Die weiche Feder hat kein Spiel, die mittelharte hat ein kleines Spiel und die harten Federn haben ein relativ großes Axialspiel. Bei Kraftübertragung von der Kurbelwelle auf die Kupplung wird also zunächst die weiche Feder eingedrückt, gefolgt von der mittelharten und anschließend von den harten Federn.
      Das geringe Radialspiel ist ebenfalls von Ingenieuren vorgesehen worden. Ich weiß zwar nicht, wofür es gut sein soll aber ich habe es auch bei anderen Herstellern (auch bei neuen Kupplungen) beobachten können.
      Bei meiner RN22 betrug das Radielspiel teilweise über 5mm, was den Korb eher zu einem Tamburin gemacht hat als zu einem Kupplungselement. Ich habe eine relativ einfache Lösung überlegt, um das zu beseitigen bzw. zu minimieren, was in nachfolgenden Schritten beschrieben wird.

      1) Zunächst werden die Nieten aufgebohrt und der Korb in Einzelteile zerlegt.


      2) Die oberen Federabdeckungen werden aufgeflext. Ich habe die anschließend in einem Schraubstock in Richtung Feder gedrückt. Anschließend wird der Korb zusammengebaut und verschraubt und das Radialspiel der Federn gemessen. Ist das Spiel immer noch zu groß, die Trennstellen mit dem Flex aufweiten und nochmal im Schraubstock zusammendrücken bis das Spiel passt. temporär verschrauben kann man mit einer beliebigen M8 Schraube und Mutter entsprechender Länge. Ich habe ein Spiel von 1-2mm drin gelassen.


      3) Anschließend habe ich die Trennstelle mit zwei Schweißpunkten wieder verbunden.


      4) Für die endgültige Verschraubung habe ich M8 Schrauben mit der Festigkeit 10.9 genommen und die Köpfe bis auf Minimum abgeschliffen, damit die flach sind und nicht weit ausragen. Das Gleiche habe ich mit den Muttern gemacht. Aufpassen, dass die Köpfe noch gut mit dem Schlüssel gegriffen und fest verschraubt werden können.


      5) Wenn die weiche Feder geschrumpft ist, kann das im Bild dargestellte Distanzstück aus einer Schraube herausgeschliffen/gedreht werden. Alternativ neue Federn einbauen (nach Vermessen und Bestimmen der Federrate). Bei mir war es nicht nötig, da die Feder noch nicht ausgeleiert war.




      6) Zum Abschluss den Korb fest verschrauben. Ich habe die Muttern mit jeweils zwei Schweißpunkten fixiert, damit die Schrauben sich nicht lösen und die Kupplung im betrieb um die Ohren fliegt.



      Ich habe das Ganze ohne der Drehbank gemacht, mit einem Dremel, Doppelschleifer und einer Flex nach Augenmaß. Das Ganze war kein großer Akt und hat ca. 4 Std. (ohne Eile) in Anspruch genommen. Das Rattern ist nicht mehr vorhanden. Ich bin kein Profi, deshalb lege ich auf Aussehen keinen Wert, Hauptsache die Funktion ist gegeben.
      Alternativ könnte der Korb auch wieder vernietet werden, ich sehe jedoch keinen Vorteil darin, wobei ich jetzt kein Fertigungstechniker bin. Die Schwungräder im Auto sind meist auch verschraubt und halten sehr hohe Drehmomente aus. Außerdem kann der Kupplungskorb jederzeit zerlegt und zusammengebaut werden. Die Kupplung ist endlich leise geworden. Ich werde noch das Kupplungspaket einer RN19 verbauen, anscheinend soll damit das Anfahrverhalten verbessern (laut Fischerjung in 'nem anderen Thread). Das Kupplungspaket passt von Abmessungen her schonmal sehr gut in die Kupplung der RN22. Werde berichten, wenn die Saison anfängt. Nun geht's erstmal an die Einstellung der Ventile und Lackierung :whistling: Falls jemand noch einen ausgeschlagenen Korb rumliegen hat und keine zwei linke Hände hat, kann es ja wagen. Diese Reparatur lässt sich eigentlich auf alle Motorradkupplungen anwenden.
    • ich habe den Rn12 Korb zerlegt habe beilagscheiben mit 17mm durchmesser gegeben bei den 5 feder die eine was länger war habe ich gelassen und den korb neu vernietet der trick ist bei der suzuki bandit anscheinend gang und gebe.

      Das du das halte blech enger gemacht hast find ich jz nicht schlecht ist aber glaub ich kein muss.

      @wheeliemann also ich bin jetzt erst eine runde gefahren da ich mein kennzeichen schon zurückgelegt hab für diese saison das rasseln ist weg vom stand kann man jetz meiner meinung nach ruhiger wegfahren und nicht so ruckelig so als wäre die kette nicht gespannt.

      Also zu meiner Person kann ich sagen langzeit erfahrungswerte gleich null ;)

      Vl siehts beim threadersteller anders aus.
    • @ Werner

      das mit den Unterlegscheiben habe ich auch irgendwo gesehen. Das Problem ist, dass auch nur eine Feder fest sein soll, alle anderen müssen locker sein, das ist schon so gewollt. Deshalb habe ich das radiale Spiel der Federn eben durch die Bearbeitung der oberen Federhalter verringert. Bei dir wird jetzt das gesamte Moment inklusive Torsionsmomente auf's Getriebe übertragen, keine Ahnung, ob das auf Dauer gut für das Getriebe/Kette ist. Bin mal auf ein Langzeittest gespannt.
    • Bei den hayabusa turbo dragrace baun sie härtere federn ein die kein spiel haben weil die originalen zu schwach sind.

      Du musst dir jetzt vorstellen eine feder ist fest die anderen locker, du machst nen wheelie wozu ich zu feige bin, ok am anfang gewollt nochdems mich fast abgeworfen hätte nie wieder :D jetzt komprimiert sich die eine feder und auf einmal wirken die federraten ruckartig von den anderen federn nach, nah wen das mal kein schlag fürs getriebe is und ruckartige abbremsung der kurbellwelle und wir wissen die rn12 ist bekannt für lagerschäden an der kw, vl ist auch das ein grund dafür.

      Ok jz gehts um die rn22.

      Am anfang wollte ichs auch mit 10.9 m8 machen jedoch gehört die mutter gesichert am besten wen man das gewinde länger lässt um 1mm und die mutter rauf und verschlagen von locktite halte ich bei öl und hitze nichts.

      Weis nicht warum ichs dann genietet hab hab den niet gezogen gestaucht und gedöpert so wie ichs gelernt hab und hatte noch ein paar 8mm nieten daheim

      Naja jeder hatt seine eigene meinung ob die federn so gehören oder nicht ich finde der korb ist eine fehlkonstruktion und gehört verbessert, wo wir bei der r1 zu den wenigen gehören und bei anderen hust suz*** gang und gebe geworden is.

      Mein korb stammt als defekt deklariert von ebay um 20euro nach dem ich meinen ausgebaut habe dachte ich mir wen der defekt ist ists meiner auch finde beide nicht defekt nur halt nicht erste sahne :thumbsup:
    • @m6vitek finde es gut das Du dich mit dem federproblem beschäftigt hast allerdings finde ich die Umsetzung deiner Lösung riskant.

      Angenommen du hast wirklich alle metallspäne/Körner die bei dremeln entstanden sind von der Kupplung vorm Einbau entfernt... Dadurch das die Federn quasi permanent nicht mehr (wie im original Zustand) innen über den Radius der Platte reiben sondern jetzt über eine relativ scharfe Kante die durch das aufschneiden und umlegen der aussparungen entstanden ist, werden warscheinlich wieder spänne/abrieb entstehen.

      Bei den schraubverbindungen ist es das selbe- schön das du welche mit hoher zugfestigkeit genommen hast und sie mit einem schweisspunkt gegen lösen gesichert hast aber besser wäre es gewesen du hättest buchsen aus edelstahl gedreht und sie eingepresst (und dadurch dann die Schrauben gesteckt) oder wenigsten schrauben mit einem Schaft der quasi ohne Spiel in die Löcher passt.

      Denn das entscheidende ist nicht die zugfestigkeit sondern die scherfestigkeit. Darauf werden die Schrauben nämlich jetzt auch beansprucht.
      Und ich gehe stark davon aus das die Schrauben nachdem einsetzen (vorm festziehen) etwas Spiel in den Löchern hatten weil ein m8 Gewinde meist keinen 8,0mm aussendurchmesser hat.

      Soll heißen - bei den Federn und den schrauben wird es über kurz oder lang zu abrieb oder spännen kommen. Die willst du aber mit Sicherheit nicht in der ölwanne, der ölpumpe bzw. Im schlimmstenfall im ölkreislauf haben. ;)

      Vielleicht solltest du da lieber nochmal ran und es vernüftig machen. Hast ja auch keinen 200€ sparfuchsroller sondern ein mehrere tausend Euro teueres superbike an dem manchmal auch dein Leben hängt.

      Als Lösungsvorschlag = lass den federkäfig original wie er ist aber Dreh dir dünne hülsen in die du die Federn setzt, so wird das radialspiel auch minimiert und die Federn liegen in einem Radius an. Zwecks vernieten, am besten aufreiben, passbuchsen drehen, einpressen und vernieten oder verschrauben.
      Oder du fragst @Werner22 ob er dir das ganze wieder zusammen nietet. ;)

      @Werner22 wie lange musstest du deine 8er stahlnieten (oder hast du Alu genommen?) Und bei welcher Temperatur denn glühen um sie vernüftig schlagen zu können. Hab im Zuge meiner ahk überholung am Anfang auch mit stahlvollnieten experimentiert (die ich vorher mangels verfügbarkeit)selber hergestellt hab. Aber entweder der rostfreie Stahl den ich verwendet hab war zu hart oder ich hab beim glühen daneben gelegen. Schlagen könnte man die dann egal ob mit döpper oder oldschool -mit dem hammer nämlich nicht. :(
    • @Werner22

      bei 20€ kann man eh nichts falsch machen 8) . Und Hauptsache es funktioniert jetzt gut und du bist zufrieden. Wenn man weiß, dass man es selber gelöst hat, und keine Unmengen an Geld für 'nen neuen Korb ausgegeben hat, ist man noch zufriedener.

      @spike1111

      Danke erstmal für die Tipps. Du hast natürlich recht, dass man das eleganter lösen könnte, wie gesagt, ich bin kein Fertigungstechniker, sondern ein Elektrotechniker :whistling: . Mir ging es halt darum, das in der Garage mit zugänglichen Mitteln zu machen.
      Das mit dem Spalt muss ich dazu sagen, dass ich die scharfen Kanten innen natürlich entgratet habe (fast schon eine Phase gemacht). Die Federn werden nicht abgerieben. Bei meiner alten ZX9R Kupplung war das sogar vom Werk aus so, siehe folgende Abbildung. Man könnte eigentlich das selbe bei der R1 Kupplung machen, die Materialstärken sind in etwa die gleichen.



      Bezüglich der Verschraubung hast du natürlich recht, die M8 Schrauben haben ein Spiel von etwa 0,2 oder 0,3 mm. Die originalen Nieten hatten jedoch auch ein kleines Spiel gehabt (zumindest im aufgetrennten Zustand). Vernieten wäre natürlich eleganter gewesen, hast recht. Ich sehe jedoch auch eine Schraubverbindung als geeignet, eben aus der Art der Konstruktion des Korbes. Der Zahnkanz ist eigentlich vom Korb durch die Federn entkoppelt, somit sind auch die auf die Schrauben/Nieten wirkenden Momente um einiges kleiner, als die Momente, die direkt von der Kurbelwelle auf den Zahnkranz des Korbes wirken. Sollten sich die Schrauben doch in den Bohrungen weiter lockern, wird das (ich gehe davon aus) durch das ruppigere Fahrverhalten und höhere Geräuschkulisse signalisiert. Auseinander fliegen sollte da zumindest nichts, und beim nächsten Ölwechsel werde ich in das Altöl einen Neodym-Magnet eintauchen und sehen, ob was vom Material abgetragen worden ist.
      Werde die Kupplungauf jeden Fall ausgiebig testen und berichten, bin also eine Art Versuchskaninchen :D .
      Kann jmd. vielleicht sagen, ob ein kleines Radialspiel des Korbes auf dem Nadellager im eingebauten Zustand i.O. ist? Leider steht das nicht im WHB drin.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von m6vitek ()

    • @spike1111 nimm mal den alten niet den du abgeflext hast und hau mit nem 1kg hammer drauf der is wie butter :P
      Ich geb zu 8mm kaltvernieten ist grenzwertig aber noch machbar und in der norm, schätze mal du hast v4a genommen dan versteh ich warum du so leiden musstest. :D

      Hab stahlnieten genommen kein alu natürlich.

      Stahlnieten kannst schon gut anheizen, wenn sie spritzen sind sie zu heiß, die müssen richtig glühen. :D

      @m6vtek bei der kawa sehe ich jedoch keine feder die lose drinnen liegt nur verschiedene federn, du wirst dich wundern die alten r1 körbe sahen ähnlich aus :P wen ich mich nicht irre
    • @Werner222

      bei der RN22 sind die originalen Nieten ebenfalls sehr weich gewesen, ließen sich bohren wie Butter. Ich glaube, das sieht auf dem Bild nur so aus, dass die Federn fest sind, sind jedoch auch alle außer einer lose (das Axialspiel ist halt nicht so groß), habe den Korb sogar im Keller noch rumliegen :D Ist auch ziemlich laut, wenn man es in den Händen schüttelt, jedoch gab es im Betrieb nie nur ansatzweise Rasseln zu hören.
    • So, nachdem ich schon ca 1000km mit der überholten Kupplung gefahren bin, kann ich folgendes sagen:
      Die Kupplung hält, das Rasseln ist zwar nur minimal leiser geworden, dafür ist das Einkuppelverhalten jetzt viel geiler. Die Modifikation des Kupplungskorbs hat also nicht viel gebracht. Was jedoch sanfteres Anfahrverhalten (nicht mehr so ruppig) brachte, ist der Einbau von letzter Friktionsscheibe sowie Tellerfeder von einer RN19 (Fischerjung's Tipp funktioniert also).
      Diese gibt's u.A. bei Graves Motorsport, einfach nach "Graves R1 2009 Clutch Kit" googeln. Ich habe einfach den kompletten Inhalt der Kupplungsnabe aus einer RN19 eingebaut und bin zufrieden.
      Hier noch die verwendeten Teile markiert, wer's einzeln bei Yamaha ordern will. Nr. 16 gehört nicht dazu!
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