Edelstahlbowdenzüge löten

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    • Edelstahlbowdenzüge löten

      Hallo zusammen,

      da ich mich kürzlich wegen eines Umbaus der nicht P&P war mit dem Thema Edelstahlbowdenzüge löten beschäftigt habe, dachte ich mir, ich mache hier mal ein kleines Tutorial. Vielleicht hilft es ja dem Ein oder Andern, der gerne selbst Hand anlegt und ungern Teile einfach nur austauscht. Bei den Gaszügen, oder Kupplungszügen kann man sich zwar drüber streiten ob es sich lohnt. Spätestens aber bei den Exupzügen lohnt es sich auf alle Fälle. Die kosten für die RN09 bei Partzilla schon 96$ und die machen recht schnell die Flatter.

      Was wird benötigt?
      • einmal den Edelstahlbowdenzug in der entsprechenden Dicke
      • die passenden Lötnippel (Sollten die passenden nicht parat sein kann man sich auch Messing Rundmaterial besorgen und diese passend fertigen)
      • spezielles Lot mit Silberanteil
      • Lötöl für Edelstahl
      • Lötkolben oder einen kleinen Butanbrenner
      • Schraubstock oder vergleichbares zum fixieren des Drahtseils
      • kleiner Schraubendreher
      • Aceton oder Bremsenreiniger
      Hier findet Ihr eine große Auswahl an an Bowden, Nippel und weiterem Zubehör: bowdenzug24.com
      Das Lötöl und das Lot gibt es hier im Set: loettechnik24.de/de/Edelstahll…ot-VA-220---1-mm-10g.html



      Habt ihr alles parat, fixiert das Drahtseil im Schraubstock so, dass das Ende bündig mit dem Nippel abschließt.



      Anschließend wird mit einem kleinen Schraubendreher das Ende aufgespleißt. Unbedingt darauf achten das der Zug gut eingespannt ist. Wenn dieser zu locker ist dreht sich das Drahtseil hinter dem Nippel mit auf und versteift den Zug am Ansatz. Um Beschädigungen am Zug zu vermeiden, sollte man diesen zwischen Aluplatten oder Holz einspannen. Anschließend sollte das Ende dann so aussehen



      Ist das Ende aufgespleißt, muss dieses Entfettet werden. Hierzu eignet sich Aceton oder Bremsenreiniger. Wenn alles wieder trocken ist, träufelt man ein wenig von dem Lötöl auf das Ende. Man sollte nicht unbedingt damit geizen, davonschwimmen sollte es aber auch nicht. Nun wird der Nippel und das Ende mit dem Lötkolben oder Brenner aufgeheizt. Gleichzeitig haltet ihr das Lot an die entsprechende Stelle. Sollte sich das Lot weigern sauber in den Nippel zu fließen nochmal etwas Lötöl nachgeben. Nun soviel Lot aufschmelzen bis der Nippel komplett gefüllt ist.



      Abschließend das überstehende Lot runter feilen und das ganze ist fertig.



      Jetzt heißt es nur noch den Bowden auf länge schneiden. Durch die Hülle ziehen und das andere Ende genauso verlöten. Am besten mit einem Dehmel oder einer Flex abschneiden. Mit einem Seidenschneider spleißt das ganze zu weit auf.

      Sind die Nippel eingelötet, müssen diese unbedingt mit Wasser abgespült werden, da die Rückstände von dem Lötöl korrosiv sind!

      Für die Exupzüge würde ich empfehlen einen Bowden mit einseitig angebrachten Zinkdruckgussnippeln zu verwenden und den Zug so einlöten, dass der Zinknippel am Auspuff angebracht wird.

      Um den lauten Aufschreien der Skeptiker etwas entgegen zu wirken habe ich das ganze im Selbstversuch getestet!



      Und nein! Hier wurde nicht geschummelt, da war eine Belastung von etwa 85 kg auf dem Nippel und er ist immer noch ganz. Wer also so arg am Kabel zieht das hier etwas ausreist, wird beim Bremsen vermutlich auch den Hebel verbiegen :hyenas:

      Sollte jemand einen neuen Zug benötigen und sich dennoch nicht ran trauen, kann er mir gerne schreiben.
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    • nicht schlecht.

      aber ich würde als Nippel so einen nehmen



      den kannst noch zusätzlich per Schraube festziehen. Hatten wir als Notlösung in den Dolos schon bei gerissenem Kupplungszug. Im Fahrradhandel kurz nen Nippel mit neuem zug geholt. Befestigt und hinten abgezwickt. Der fährt heut noch damit rum weil sich den neuen aufheben möchte.
      Lächle einfach, denn du kannst sie nicht alle töten

    • Edelstahlbowdenzüge löten

      Es heißt Terminal! Normalerweise reisst das Seil (bzw. die Sehne) selbst, bevor es sich aus dem Terminal löst. Schrauben würde ich da nicht. Wenn das Ende nicht richtig verschweisst ist, fangen die gewickelten Lagen an sich aufzuzwirbeln, da Spätestens bei Belastung starke Torsionskräfte durch die verschieden gereckten Einzelseile auftreten.
    • Hab mir jetzt auch mal einen Kupplungszug selber gelötet, und funkt super!!!
      Nachdem ich den originalen Zug geändert habe konnte ich nur noch die geschraubten Universalzüge einsetzen und die sind ständig an der Verschraubung ausgerissen. Letzte Saison alleine 2 mal, davon einmal in Italien ;(
      Der gelötete sieht aus wie gekauft und es reißen auch keine Seelen mehr aus.

      Super Tipp Marshel :be: