Achtung RN32 - Gabel

    • Achtung RN32 - Gabel

      Neu

      Moin Leute,

      hier mal ein paar zusätzliche Infos zur KYB Gabel der R1 RN32 und RN49 - ferner auch zur R6 in der aktuellen Generation.
      Ich hatte schon ein paar von diesen Gabeln zum Service da und nutze mal die Gelegenheit um ein paar Fakten auf den Tisch zubringen.



      Der Innereaufbau ist nicht zu vergleichen mit den normalen R1-Gabeln. Die Kartusche ist ein Mix aus "Closed Cartridge" und "BigPistonFork". Diese Kombination macht sie auf der hydraulischen Seite unfassbar hart.



      Mit den Werkseinstellungen kann man jetzt erahnen, wieviel Federweg der Fahrer verbraucht:



      Nach 9000km auf der Straße sieht das Gabelöl dann so aus:




      Jetzt zum komplexeren Teil: Die Werkseinstellungen und der Aufbau der Gabel sorgen dafür, dass beim Schließen vom Gas (oder leichtem Anbremsen) die Gabel vorn nicht eintaucht. Das wiederrum bedeutet, dass das Motorrad nicht richtig Einlenken will. Was die Settings angeht würde ich egal ob Rennstrecke oder Straße für einen 80kg Fahrer immer die komplette Hydraulik raus drehen und die Vorspannung nur eine Umdrehung rein. Mit einem Kabelbinder und einer Markierung am Rohr für den Durchschlagspunkt sollte man dann mal gucken wieviel Federweg wirklich verbraucht wird; der Durchschlagspunkt bei der Gabel mit originaler Staubkappe ist übrigens 16mm über dem Gabelfuss! Das muss beachtet werden!!!
      Ferner ist das Gabelöl mehr ein Federbeinöl und somit extrem Temperaturstabil. Wenn sich die Gabel nicht bewegt (durch die Werkseinstellungen) und das Öl nicht warm (und somit dünner wird) sind das Probleme die sich potenzieren. Dazu kommt noch, dass diese Gabel sehr hohe Reibung aufweißt... Daher wird beim Gabelservice immer ein Öl mit guten Schmiereigenschaften verwendet, welches auch in einen "arbeitenden" Temperaturbereich kommt und somit Dämpfung verliert.

      Bedauerlicherweise kann man bei der Gabel keinen Ölwechsel in dem Stil machen:


      Man muss einiges an Spezialwerkzeug haben, denn für jeden Ölwechsel muss (!) die Kartusche entfernt werden. Sonst bekommt man das Öl nicht raus! Blöderweise ist es so, dass auch nur wenig Öl drin ist (weniger als 400ml pro Holm) und ich empfehle bei 6000km das Öl zu wechseln!

      ZUR R1M noch was:
      Euch betrifft das ebenso. Eure Öhlins Gabeln und das TTX-Federbein sind konventionelle Komponenten. Der einzige Unterschied ist, dass die Hydraulik nicht per Schraubenzieher oder Inbus eingestellt wird, sondern ein Stellmotor an der Stelle verbaut wurde. Folgende Matrix zeigt den von mir empfohlenen Serviceintervall:

      StraßeRennstrecke
      Gabel6.000km15 Betriebsstunden
      Federbein TTX10.000km30 Betriebsstunden



      Der Service der Gabel und des Federbeins ist für @Struwwelpeter und mich kein Problem.... kümmert Euch also um Eure Komponenten!!
      Meine May

      "Stay On The Bike" (Brad Pitt)
    • Neu

      Im Serviceheft steht dazu nix...zumindest kein Festerintervall...aber die Bilder sprechen wohl eine deutliche Sprache.

      Bei der R1 und der R1M ist das aber wirklich notwendig, durch die geringe Ölmenge.

      ....schlimmer noch: bei der R1M sagt ja die Elektronik oder das Fahrprogramm wo die Hydraulik stehen soll...die Elektronik hat aber gar keine Ahnung wie warm oder kalt das Öl ist oder wie verschlissen es bereits ist ;)
      Meine May

      "Stay On The Bike" (Brad Pitt)
    • Neu

      meine gabel (es wurden 2 shims und der hydrostop entfernt) wird ca. alle 1000km serviciert
      beim federbein (ebenfalls umgebaut) etwa alle 2000km das öl und der stickstoff gewechselt

      obwohl ich bisher äusserst zufrieden bin, wird das federbein jetzt 1cm länger gemacht
      und dadurch die gabelrohre (bisher plan) so 4mm noch weiter nach unten geschoben.

      da dadurch das moped höher kommt hoffe ich nicht mehr mit schalt- und bremshebel
      zu streifen und erhoffe mir auch noch ein besseres handling in wechselkurven.

      ich bin gespannt +g*
    • Neu

      yamR1M schrieb:

      R1 M hat meine jetzt ~23000 km gelaufen.... Fahrwerk funktioniert prächtig....

      Meine alte RN12 84000 km war bei keinen Service weder Federbein noch Gabel, 40000er Ventile überprüfen, das war alles.
      ich kenn dich nicht persönlich deswegen sei bitte nicht beleidigt oder sauer- aber entweder du fährst wie marquez und es ist völlig egal in welchem Zustand dein bike/Fahrwerk ist (geht hier vorallem um die rn12) oder du hast kein Gefühl dafür wie sich ein gutes Fahrwerk anfühlt bzw. Bist nur relativ langsam auf der Strasse unterwegs.


      Wenn du z.b. bei omc mal ein Fahrwerksseminar machst oder dich von einem anderen fahrwerksspezialisten oder sehr versiertem (erfahrenem) motorradschrauber in die Technik und Wartung des bikes sowie fahrwerks einführen lässt, wirst du feststellen das die meisten Komponenten leider nicht wartungsfrei konzipiert wurden.
    • Neu

      na ja, mit meinem 44000 km Fahrwerk meiner RN12 war ich ungewartet immer zufrieden und auch ziemlich schnell. Man gewöhnt sich halt an sein Motorrad. Der Unterschied zum gewohnten fällt dann eben erst im direkten Vergleich auf. :D oder wenn man "unerklärlich" langsamer ist als sein buddy.

      Ich denke mal es zählt vor allem der Sicherheitsgedanke der für den Service spricht. Ein rutschenden Hinterrad kann man sehr viel leichter wieder einfangen als das vorne. Das gilt natürlich hauptsächlich für den " Grenzbereich".
      ABS, UBS, Lift-control, Launch-control, Traction-control, Slide-control, Self-control :D :readgay:
    • Neu

      letztlich kann es ja jeder für sich entscheiden.
      aber so oft wird über reifen und motoröl diskutiert um selbst auf der Straße die perfekte Performance zu haben - und Sicherheit...da sollte man sich über die Fahrwerkskomponenten schon mal Gedanken machen. Meiner Meinung nach ;)

      Außerdem erlebe ich immer wieder wie sich nicht geservicte Gabeln verhalten und die Herrschaften bitten mich trotzdem das Fahrwerk einzustellen :P
      Meine May

      "Stay On The Bike" (Brad Pitt)
    • Neu

      omc1984 schrieb:

      letztlich kann es ja jeder für sich entscheiden.
      aber so oft wird über reifen und motoröl diskutiert um selbst auf der Straße die perfekte Performance zu haben - und Sicherheit...da sollte man sich über die Fahrwerkskomponenten schon mal Gedanken machen. Meiner Meinung nach ;)

      Außerdem erlebe ich immer wieder wie sich nicht geservicte Gabeln verhalten und die Herrschaften bitten mich trotzdem das Fahrwerk einzustellen :P
      aber ohne vernünftigen Service nur bedingt möglich
      Ich glaub, ich hab ne Schraube locker
    • Neu

      War bei mir das gleiche Thema am Anfang mit meiner RN32 mit der Gabel...
      Hatte irgendwann dann die Druck und Zugstufe komplett offen (so um 24 Klicks) und die Gabel hatte immer noch ein Ansprechverhalten wie ein Stück Holz vorne drin .(und das mit Originalfedern um 9N, wenn ich die durch 10N ersetze federt da vorne gar nix mehr).

      Nach 1500km die Schnauze voll und ein Öhlins Open Cartridge mit 10N Federn rein und es funzt.(Zwar nicht ganz so gut wie eine Öhlins Gabel aber relativ OK, liegt halt an der Big Piston Konstruktion.)

      Nächstes mal kommt ne Öhlins Komplettgabel rein.

      Hinten habe ich das Originalfederbein gleich bei 0 km durch ein TTX ersetzt.

      Gruß Teddy