Geschichte

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Yamaha YZF R1-Lexikon




Geschichte

1997–1999 RN01

Das erste Modell wurde am 15. September 1997 auf der Motorradmesse EICMA in Mailand der Weltöffentlichkeit vorgestellt und trug die interne Code-Nr. 08R. Die R1 war ein völlig neu konstruiertes Motorrad. Die Motorleistung bei Markteinführung betrug 110 kW (150 PS) mit einem maximalen Drehmoment von 108 Nm bei einem Trockengewicht von 177 kg. Mit 65,3 kg fiel der 11,8:1 verdichtete, 998 cm³ große Motor um 9,5 kg leichter und dazu 81 mm kürzer aus als jener des Vorgängers YZF1000R Thunderace. Das Kraftstoff-Luft-Gemisch lieferten vier 40-mm-Mikuni-Vergaser. Bei dem Motor wurde die Gehäuse-Zylinder-Einheit einteilig gegossen und diente als mittragendes Fahrwerkselement. Das Fahrwerk bestand aus einem steifen Aluminium-Brückenrahmen, einer Upside-Down-Gabel und einer Aluminium-Zweiarmschwinge mit Oberzug. Ein 1.395 mm kurzer Radstand, ein steiler Lenkkopfwinkel von 66° und lediglich 92 mm Nachlauf waren weitere Eckdaten der radikalen Maschine. Der sehr kurz bauende Motor ließ zudem mit 582 mm eine sehr lange Schwinge zu und brachte dadurch mehr Traktion.


2000–2001 RN04

Die Leistungsentfaltung der ersten Generation der R1 bot einen Nachteil: Ab 3.000 min−1 stieg das Drehmoment rasant und ungleichmäßig an. Dies führte mehrfach zu schweren Stürzen durch ein wegrutschendes Hinterrad, da der abrupte Anstieg des Drehmoments beim Herausbeschleunigen aus Kurven nur schwer beherrschbar ist. Oft kam es dabei zum sogenannten Highsider, welcher oft schwere Verletzungen zur Folge hat und der R1 in Motorradfahrerkreisen den unangenehmen Beinamen „Witwenmacher“ einbrachte. Dieses Problem versuchte man ab dem Modelljahr 2002 mit einer homogeneren Leistungscharakteristik zu lösen. Dadurch wirkte die Yamaha R1 zwar nicht mehr so durchzugsstark und wild wie die Baujahre 1998 bis 2001, aber die Zahl der Highsider-Unfälle sank. Bei den 2002er- und 2003er-Modellen war ebenfalls die Gasannahme sanfter, was der Fahrbarkeit zugutekam.

Im Modelljahrgang 2000 wurde die R1 in zahlreichen Punkten überarbeitet. Darunter fielen beispielsweise ein geringeres mechanisches Motorengeräusch, eine Gewichtsreduzierung um 2 kg, verbesserte (linearere) Leistungsentfaltung, leichter Titan-Endschalldämpfer, verbesserte Getriebefunktion, weniger Plastikteile sowie geänderte Aerodynamik.


2002–2003 RN09

2002 stellte Yamaha die zweite R1-Generation vor, bei der fast alle Teile neu oder weiterentwickelt wurden. Der Motor, nun mit Benzineinspritzung, eine neue Verkleidung, ein verschraubtes (vorher verschweißtes) Rahmenheck und ein neu konstruierter Deltabox-III-Rahmen. Die maximale Leistung des Einspritzermotors betrug 112 kW (152 PS) bei 10.500 min−1.


2004–2005 RN12

Bereits 2004 erschien die dritte R1-Generation als Reaktion auf die im Jahr 2003 stark überarbeiteten Suzuki GSX-R1000, die in sämtlichen Vergleichstests der Fachpresse als überlegene Siegerin hervorging. Zudem stellte Honda 2004 seine neue CBR1000RR Fireblade vor, die nun ebenfalls auf einen vollen Liter Hubraum erstarkt war. Erneut wurde die R1 beim Generationenwechsel komplett überarbeitet. Den japanischen Ingenieuren gelang es, durch eine höhere Verdichtung, größerer Zylinderbohrung und kürzerem Kolbenhub, größere freie Ventilquerschnitte und Feinarbeiten an fast jedem Motorendetail die Spitzenleistung des nun sehr hochdrehenden Triebwerks um 13 % auf 172 PS zu erhöhen. Neu war außerdem ein Ram-Air-Staudrucksystem, mit dem bei Höchstgeschwindigkeit etwa 10 PS Mehrleistung erreicht wurden. Die Aerodynamik wurde durch einen ins Heck integrierten Endschalldämpfer verbessert. Außerdem wurde erstmals serienmäßig ein Lenkungsdämpfer verbaut.
Yamaha R1 50th Anniversary Limited Edition (2006)
Yamaha YZF-R1 SP mit Öhlins-Fahrwerk und geschmiedeten Marchesini-Felgen (2006)
2006

Der vierte Generationswechsel fand 2006 statt. Erneut konnte die Spitzenleistung durch Überarbeitungen an den Ein- und Auslasskanälen um drei auf 175 PS gesteigert werden. Eine 20 mm längere Schwinge und der Deltabox-Rahmen der fünften Generation waren weitere Änderungen. Neben der normalen R1 wurde eine limitierte Edition YZF-R1 SP mit spezieller Lackierung, hochwertigen Öhlins-Federelementen und ebenso leichten wie edlen Marchesini-Schmiedefelgen angeboten.


2007-2009 RN19

Für das Modelljahr 2007 wurde auf der Intermot in Köln eine stark überarbeitete fünfte Generation der YZF-R1 vorgestellt. Dabei lehnt sich die neue Version technisch stark an die YZF-R6 des Jahrgangs 2006 an. So verbaut Yamaha bei der neuen R1 auch das Drive-by-Wire-System YCC-T (elektronische Drosselklappensteuerung), bei dem die Drosselklappen mittels Stellmotors geöffnet und per Seilzug geschlossen werden. Zudem besitzt sie elektronisch in der Länge verstellbare Ansaugrohre (YCC-I). Nach langer 5-Ventil-Tradition kehrt Yamaha nun wieder zu 4 Ventilen pro Zylinder zurück, um dem Motor im unteren und mittleren Drehzahlbereich zu mehr Drehmoment zu verhelfen. Weitere Neuerungen sind außerdem eine 6-Kolben-Vorderradbremse, ein Lenkungsdämpfer und eine Anti-Hopping-Kupplung. Yamaha gibt für die neue YZF-R1 eine Höchstleistung von 132 kW (180 PS) an (139 kW (189 PS) mit Staudrucksystem) bei einem Trockengewicht von 177 kg.



2010-2014 RN22(5)
Yamaha präsentiert die neueste Entwicklungsstufe der YZF R1. Das 2009er Modell geht mit einem komplett neu entwickelten Triebwerk und einem ebefalls neu konstruierten Rahmen an den Start. Um die Drehmomententfaltung des Reihen Vierzylinders zu optimieren und für den Fahrer berechenbaren Schub bereit zu stellen wurde die Kurbelwelle der 2009er R1 direkt von der MotoGP Maschine M1 abgeleitet. Ein 90° Hubzapfenversatz soll die Leistungsentfaltung des Powerpaketes kontrollierbarer gestalten und noch spontaner auf Gasbefehle des Piloten reagieren. Hinzu kommen neue Alu-Schmiedekolben und Zylinder mit keramischer beschichteten Laufflächen in "closed-deck" Bauweise bei denen die Kühlflüssigkeit nicht durch Borhungen im Zylinder in den Zylinderkopf fließt. Größere, optimierte Kurbelwellenlager geben dem R1-Herz die nötige Standfestigkeit. Über einen Schalter an den Lenkerarmaturen kann der Fahrer nun zwischen drei wählbaren Mappings für die Zünd-/Einspritzanlage wählen - einen Standard-Modus, einen A-Mode für ein direktes Ansprechverhalten und ein B-Mode mit insgesamt zurückhaltender Kraftentfaltung und besonders sanfter Gasannahme. Der komplett neu konstruierte Deltabox-Rahmen der YZF R1 soll ein Optimum aus Festigkeit und Stabilität bieten. Hinterradschwinge und die Doppelscheibenbremse wurden kleiner und leichter. Das Rahmenheck ist nun aus edlem Magnesium gefertigt, die neue 43 Millimeter Upside-down Gabel verfügt über eine getrennte Druck- und Zugstufendämpfung. Lieferbar ist die R1 2009 in den Farben Schwarz, Blau und Weiss. Letztere Farbvariante besitzt dabei einen roten Rahmen.


2015-heute RN32
Die Yamaha Ingenieure hatten sich zu einem radikalen Schritt entschlossen: anstatt wie üblich das Vorgängermodell der R1 weiter zu entwickeln, haben sie die YZR-M1, also das MotoGP Motorrad, als Basis genommen. Das hat zu einer neuen R1 geführt, die 80% Schnittmenge mit der MotoGP Maschine hat. Beispiel: der Crossplane Motor, das supersteife Fahrwerk und nicht zuletzt die elektronischen Fahrhilfen. Die Unterschiede von Rennmaschine und Straßenmaschine liegen eigentlich nur noch bei straßentauglichen Komponenten zur Homologation und in Bauteilen, die auf Lebensdauer und Kosteneffizienz hin ausgelegt wurden. Die Yamaha Ingenieure haben dabei stark auf Leichtbau gesetzt und so das Gewicht auf 199kg gedrückt. Wohlgemerkt fahrfertig und straßenzugelassen! Das heißt mit Batterie, und einschließlich aller Betriebsstoffe wie Öl und einem vollen Benzintank! Der Motor ist also komplett neu und ein Meisterstück der Vierzylinder Technologie. Pent-Roof (dachförmige) Brennräume, DOHC Zylinderkopf mit Schlepphebeln für zusätzlichen Ventilhub, speziell bearbeitete Kanäle, Einlassventile aus Titan, geschmiedete Kolben, hohe Verdichtung, Zylinder-Offset, spezielle reibungsarme Beschichtung, Zwangsbelüftung im Einlass, große Airbox, doppelte Einspritzdüsen, YCC-I um den Einlasskanal bei hohen Drehzahlen zu verkürzen und so weiter. All das ergibt dann 147 kW (200 PS) noch ohne den Effekt der Zwangsbelüftung ausgeschöpft zu haben.



Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Yamaha_YZF-R1